Wenn Menschen ein Datum kennen oder auf einem Dokument ablesen, kann eine direkte Eingabe einfacher sein als das Blättern durch einen Kalender. Wenn sie dagegen einen freien Termin suchen, hilft eine Kalenderansicht möglicherweise mehr. Entscheide deshalb zuerst, ob ein Datum erinnert, übertragen oder ausgewählt werden soll.
Ein Datum aus einem Dokument
Das Beispiel in der Dokumentation der GOV.UK-Date-input-Komponente fragt nach dem Ausstellungsdatum eines Passes. Tag, Monat und Jahr sind getrennt beschriftet. Ein Beispiel oberhalb macht das erwartete Format sichtbar. Die unterschiedlichen Feldbreiten passen zur jeweiligen Zahl von Zeichen.
Der offizielle Beispielzustand enthält keine persönliche Eingabe. Er illustriert eine Aufgabe, bei der ein bekanntes Datum übertragen wird. Daraus lässt sich keine allgemeine Empfehlung gegen Kalender ableiten: Die Auswahl eines noch freien Beratungstermins ist eine andere Aufgabe.
Format erklären, ohne unnötig streng zu sein
Bei internationalen Angeboten kann die Reihenfolge von Tag und Monat missverständlich sein. Sichtbare Beschriftungen helfen mehr als eine unkommentierte Folge von Schrägstrichen. Prüfe außerdem, welche Formate deine Anwendung akzeptiert und ob verständliche Eingaben sinnvoll normalisiert werden können.
Die GOV.UK-Anleitung rät unter anderem davon ab, den Fokus automatisch zwischen den Feldern weiterzuschieben. Ein vermeintlich hilfreicher Sprung kann die erwartete Tastaturbedienung stören. Besonders bei Korrekturen sollte die Person selbst kontrollieren, in welchem Feld sie arbeitet.
Unvollständig ist nicht immer falsch
Während jemand einen Wert eintippt, kann er vorübergehend unvollständig sein. Vermeide Meldungen, die nach der ersten Ziffer bereits einen Fehler behaupten. Nach der Absendung braucht ein tatsächlich ungültiges Datum dagegen eine konkrete Erklärung. „Bitte prüfe den Tag“ ist nur passend, wenn das Problem wirklich dort liegt.
Prüfe auch fachliche Grenzen: Darf das Datum in der Zukunft liegen? Wird nur ein Monat benötigt? Ist „weiß ich nicht“ eine zulässige Antwort? Eine Oberfläche sollte keine Genauigkeit verlangen, die für den Vorgang weder verfügbar noch notwendig ist.
Testfälle statt schöner Leerzustände
Teste ein Datum mit einstelligen Werten, einen Schaltjahrtag, einen unmöglichen Tag und eine teilweise leere Eingabe. Diese Fälle sind Testdaten, keine Nutzungsstatistik. Auf dem Smartphone solltest du zusätzlich die tatsächlich erscheinende Tastatur kontrollieren.
Erinnern und Auswählen sind verschiedene Aufgaben
Wer sein Geburtsdatum eingibt, kennt den gewünschten Wert bereits. Ein Kalender, der zunächst den aktuellen Monat zeigt, kann dabei einen unnötig langen Weg erzeugen. Wer hingegen einen freien Termin in der nächsten Woche sucht, profitiert möglicherweise von einer Übersicht verfügbarer Tage. Die passende Eingabe folgt daher der Frage, wie die Person zum Datum gelangt.
Berücksichtige auch, ob ein vollständiges Datum überhaupt bekannt ist. Manche Vorgänge benötigen nur Monat und Jahr oder erlauben eine ungenaue Angabe. Erzwinge keine erfundene Tagesangabe, wenn die fachliche Aufgabe diese Genauigkeit nicht verlangt. Welche Unsicherheit zulässig ist, muss allerdings in der Verarbeitung eindeutig festgelegt werden.
Format und Bedeutung getrennt prüfen
Ein Datum kann formal korrekt und für die Aufgabe trotzdem unpassend sein. Ein Ausstellungsdatum in der Zukunft ist beispielsweise eine andere Art von Problem als ein nicht existierender Kalendertag. Formuliere Rückmeldungen entsprechend konkret. Die Person muss wissen, ob sie einen Tippfehler korrigieren oder eine fachliche Bedingung beachten soll.
Erkläre die Reihenfolge der Teilfelder durch sichtbare Labels. Ein bloßer Schrägstrich zwischen Zahlen vermittelt nicht überall dieselbe Konvention. Prüfe auch, wie die Eingabe mit Tastatur funktioniert und ob die erwartete Anzahl von Zeichen zum Feld passt. Eine automatische Weiterleitung nach zwei Zeichen kann überraschend sein und sollte nicht ohne Prüfung eingeführt werden.
Der Grenzfall gehört zur Abnahme
Teste einen einstelligen Tag, einen Februarwert, ein weit zurückliegendes Jahr und eine unvollständige Eingabe. Die Antworten sollten erhalten bleiben, wenn nur ein Teil korrigiert werden muss. Prüfe außerdem, ob die Fehlermeldung die betroffene Teilangabe eindeutig benennt.
Bei einer Terminwahl kommen weitere Fragen hinzu: Welche Tage sind verfügbar, welche bereits belegt und wie werden spätere Änderungen erklärt? Ein hübscher Kalender beantwortet diese Fragen nicht automatisch. Halte vor der Umsetzung fest, welche Entscheidung das Datum auslöst. Daraus ergibt sich, welche Informationen vor der Auswahl sichtbar sein müssen.
Verlange nicht dieselbe Eingabe mehrfach, wenn sie bereits zuverlässig vorliegt. Vor einer endgültigen Absendung hilft die Zusammenfassung der Angaben. Die Grundlagen einer dauerhaft verständlichen Feldbeschriftung findest du unter Label statt Platzhalter.


